Die Wintersession stand im Zeichen des Sparens. Das Parlament befasste sich intensiv mit dem Bundesbudget für das kommende Jahr und dem Entlastungspaket – mit dem klaren Ziel, die Ausgaben zu reduzieren. Damit morgen nicht auch der öffentliche Verkehr unter den Sparhammer gerät, müssen wir uns heute genau überlegen, wo Investitionen sinnvoll sind. Darauf zielt mein Postulat «Bereitstellung finanzieller Mittel für die Einführung neuer, innovativer Angebote im regionalen Personenverkehr» ab, das vom Ständerat einstimmig überwiesen wurde. Der absehbare Zielkonflikt beim ÖV verlangt kluge Investitionen in Technologien, die langfristig Effizienz schaffen. Wenn wir den regionalen ÖV sichern wollen, müssen wir ihn weiterentwickeln – nicht verwalten.

Die Schweiz steht beim automatisierten Fahren im ÖV an einem Wendepunkt. Was heute als Pilotprojekt in Randregionen getestet wird, kann morgen zentraler Baustein einer bezahlbaren, verlässlichen Mobilität sein. Nicht als Ersatz für den bewährten ÖV, sondern als intelligente Ergänzung dort, wo klassische Angebote an ihre Grenzen stossen. Gerade ein Kanton wie Nidwalden mit seinen dezentralen Strukturen kann von flexiblen, bedarfsgerechten Lösungen profitieren. Dafür engagiere ich mich als Präsident des Schweizerischen Verbandes für autonome Mobilität.

Automatisierte Shuttles ermöglichen Verbindungen, die mit herkömmlichen Modellen kaum finanzierbar wären. Sie sichern die Erreichbarkeit von Arbeits- und Ausbildungsplätzen und stärken die Standortattraktivität. Technologisch ist die Entwicklung weiter, als viele denken – die Systeme sind sicher, energieeffizient und emissionsarm. Entscheidend ist, dass wir gerade in Zeiten knapper Kassen die Angst vor neuen Technologien ablegen und den Mut haben, in die nächste Generation von Mobilität zu investieren – damit der nächste Sparhammer nicht auch unsere Fahrpläne kürzt.

Nun hoffe ich, dass Sie und Ihre Familie vom Sparfieber verschont bleiben und weder am Weihnachts- noch am Gabentisch plötzlich Effizienzprogramme greifen. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen frohe Festtage und ein rundum positives 2026!

Kolumne in der Nidwaldner Zeitung“Stimme aus Bern“